Kandidatur Kai Feller zur Wahl der Gesetzgebenden Versammlung (Landessynode) der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland

Verehrte Synodale,

Sie haben heute die Wahl, wer unseren Kirchenkreis in den kommenden sechs Jahren in der Nordkirche vertreten wird. Und ich darf Ihnen verraten, was mich (Kai Feller) an dieser Aufgabe reizt, welche Erfahrungen ich einbringe und was ich erreichen will.

Ich erlebe gerade große Veränderungen in der Welt und natürlich auch in unserer Kirche. Ich möchte diese Veränderungen nicht ertragen, sondern viel lieber mit anderen gemeinsam gestalten. Und ich glaube, dass mit jedem Verlust immer auch ein Gewinn verbunden sein kann.

Als Regionalpastor von Bad Doberan trage ich Mitverantwortung für das Gelingen von Veränderung im Kleinen. In meiner Heimatgemeinde Steffenshagen-Retschow haben wir schon vor Jahren gute Erfahrungen damit gemacht: Ohne Druck von außen haben sich die beiden Gemeinden vereinigt. Die Pfarrhäuser haben wir veräußert und den Erlös in die Kirchen gesteckt. Für die Umgestaltung erhielten wir den bundesweit 1. Preis der Stiftung KiBa für Nutzungserweiterungen. Durch die Öffnung unserer Kirchen für die Dorfgemeinschaften sind inzwischen neue Beteiligungsformen auch jenseits der Kirchenmitgliedschaft entstanden. Erst letztes Jahr erschien eine Masterarbeit zu dem Thema, die ich begleiten durfte. Sie zeigt, wie hilfreich es sein kann, die Eigeninitiative der Gemeinden vor Ort zu fördern und die Spielräume der Beteiligten zu erweitern.

Der Nordkirchensynode gehöre ich bislang als stellvertretendes Mitglied an. In der Praxis sah das dann so aus: Wenige Tage vor der Sitzungswoche bekam ich einen Anruf aus dem Synodenbüro: Herr Feller, können Sie wieder? Ich konnte immer, weil ich mir die Termine freigehalten hatte. Und ich konnte sogar ein bisschen was bewegen: Zum Beispiel haben wir eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich mit der Vokation der Religionslehrenden befasst. Ich arbeite dort als einziger aus Mecklenburg Vorpommern mit und habe unsere Praxis einer Vokationstagung als Modell eingebracht – auch für die anderen Bundesländer. Unser Ziel ist, die Verantwortung der Nordkirche für den Evangelischen Religionsunterricht zu stärken. Einen weiteren Schwerpunkt möchte ich darauf legen, junge Menschen für den Verkündigungsdienst zu gewinnen – und sehe da großes Potenzial bei den 90%, die noch nicht getauft sind.

In diesem Sinne möchte ich unseren Kirchenkreis gut vertreten und das Evangelische Profil der Nordkirche stärken. Dazu freue ich mich auf Ihre Stimme.